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Vortrag Neue Medien …

Hier eine kleine Zusammenfassung meines Vortrages von Samstag am AGN-Kongress: Über die Entstehung von FOAM, die Vor- und Nachteile sowie ein paar Links zu den wichtigsten Blogs für mich.   Wir kennen alle die Probleme von klassischer Präsenzlehre wie Vorträgen, Seminaren oder ähnlichem: Wir sind nicht immer gleich gut aufnahmefähig, müde nach Nachtdiensten, haben keine Zeit neben Berufsleben und Familie. Außerdem ist in manchen Fällen die Qualität fragwürdig oder für uns unbefriedigend und für unseren aktuellen Wissensstand inadäquat. Seit ca. 2012 hat sich über das Internet eine Alternative zu klassischen Fortbildungsmöglichkeiten entwickelt: FOAM. Sei es über klassische Social-Media Kanäle wie FB oder Twitter, sei es direkt über Blogs: Der Name ist Programm. FOAM ist grundsätzlich einmal „Much more than educational social Media“. Es ist inzwischen eine gigantische unabhängige Ressource mit Blogs, Podcasts, Tweets, Videos, Hangouts, Grafiken, eigenen Apps etc. Nicht nur zu notfall-, intensivmedizinischen und anästhesiologischen Themen, aber diese Bereiche stellen den Ursprung und immer noch den größten Teil von FOAM dar. FOAM ist ein Werkzeug zum lebenslangen Lernen und inzwischen sogar eine sehr aktive …

Entscheidungen am Lebensende

Nach ein paar wohlverdienten Tagen Pause auf unserem  Blog starten wir mit einem schwierigen Thema ins 2. Jahr von FOAMina (das neben diesem spannenden Artikel noch viele weitere Neuigkeiten bringen wird…): „Who am i to decide wether this person is to die today?“ ist der Titel eines Artikels, über den ich vor einigen Tagen gestolpert bin. In diesem von einem französischen Team um Fassier T. verfassten (und hochrangig im „Annals of Emergency Medicine“ publizierten) Artikel wird mittels semistrukturierter Interviews mit 24 Intensiv- und/ oder NotfallmedizinerInnen und „nonparticipant observations“ versucht, die Vor- und Einstellungen von MedizinerInnen zu Triage und End-of-life Decisions an älteren und kritisch kranken PatientInnen an der Schnittstelle Notaufnahme – Intensivstation zu ergründen. Dieser Artikel beschreibt, dass ärztliche Entscheidungen am Lebensende von Vorurteilen, Kommunikationsproblemen und Heuristiken beeinflusst werden. Sechs Leitthemen traten in den umfangreichen Analysen (324h Beobachtung!) zu Tage, wenige davon möchte ich hier kurz herausgreifen: 1.: Sowohl positive als auch negative Stereotypen von Alter und älteren Personen, die auf eigenen Erfahrungen beruhen beeinflussten die Entscheidungen. So kamen sowohl Bilder von fitten, noch voll im …

Lagerung bei Rapid Sequence Induction

Die Lagerung bei der Rapid Sequence Induction (RSI) ist ein kontroversiell diskutiertes Thema. Argumente für und wider der Oberkörperhoch- bzw. tieflagerung gibt es auf beiden Seiten. Weder in den deutschsprachigen Gesellschaften für Anästhesie und Intensivmedizin noch in den großen nordamerikanischen, europäischen oder australischen Dachverbänden gibt es hierzu Stellungnahmen. Im  deutschsprachigen Raum habe ich 2 Handlungsempfehlungen gefunden: Handlungsempfehlung zur präklinischen Notfallnarkose:  Oberkörper hoch (jedoch ohne nähere Erklärung oder Literaturhinweis) Handlungsempfehlung zur RSI im Kindesalter:  Um optimale Intubations- und Beatmungsbedingungen zu gewährleisten sollten die Patienten in Rückenlage und der Kopf in der Neutralposition gelagert werden. Argumente für die Oberkörperhochlagerung (unterer Ösophagussphinkter ist unter dem Kehlkopf) sind: Vermeidung einer passiven Regurgitation bessere Oxygenierung Argumente für die Oberkörpertieflagerung reduziertes Aspirationsrisiko Argumente gegen die Oberkörperhochlagerung erhöhtes Aspirationsrisiko bei aktivem Erbrechen (hier sofort in Oberkörpertieflagerung bringen) die technisch schwierigeren Intubationsbedingungen werden bei beiden Lagerungen beschrieben. Die Lagerung sollte natürlich den Ausgangsbedingungen (aufgetriebenes Abdomen, kardiorespiratorische Insuffizienzen etc. ) angepasst werden. Einer Umfrage zu Folge werden die meisten Patienten zur RSI in Oberkörperhochlagerung positioniert. Ein weiteres interessantes Detail  ist, dass es bezüglich der …

Aktuelle CPR- und Eis-Studien

Drei sehr spannende Studien habe ich in den letzten Tagen gefunden, zwei davon rund um den Themenkomplex CPR. Ein kurzer Blick darauf lohnt sich: Am Karolinska Institut am Center for Resuscitation Science unter Ingela Hasselqvist-Ax, R.N. et al wurde aus mehr als 30 000 präklinischen Reanimationen im Zeitraum 1990 bis Ende 2011 analysiert, bei wie vielen bereits vor Eintreffen der Rettungskräfte eine Laien-CPR durchgeführt wurde und wie diese das Outcome beeinflusst. Das Ergebnis ist erwartbar, in seiner Deutlichkeit aber doch überraschend für mich: „CPR performed before EMS arrival was associated with a 30-day survival rate after an out-of-hospital cardiac arrest that was more than twice as high as that associated with no CPR before EMS arrival.“ Eine doppelt so hohe Überlebensrate bei so einer großen Studienpopulation – das ist schon beachtlich! Und zeigt uns auch in Hinblick auf den European Restart-a-Heart-Day Mitte Oktober dass wir unsere Bemühungen für eine höhere Bereitschaft der Bevölkerung zur CPR noch intensivieren müssen! Ebenfalls vom Karolinksa Institut vom Center for Resuscitation Science aber von einer anderen Forschungsgruppe kommt in der zweiten Arbeit ein …

Sommer, Sonne, Badewetter – Update Ertrinkungsunfälle….

In der aktuellen Ausgabe der AINS gibt es eine übersichtliche Zusammenfassung der Behandlung des Ertrinkungsunfalls – passend zum aktuellen Hochsommer. In den Medien lesen wir ja im Moment leider mehrmals pro Woche von Ertrunkenen aller Altersgruppen… Aus diesem Anlass lohnt es sich, die ERC-Guidelines zu diesem Thema (Kapitel 8: CPR unter besonderen Umständen) durchzulesen, ein paar besonders interessante und wichtige Facts haben wir hier herausgearbeitet. Die ERC-Guideline betonen, dass Ertrinken eine der häufigsten unfallbedingten Todesursachen ist – in der Altersgruppe von 5-14 Jahren sogar die häufigste Todesursache, insgesamt sind jedoch 50% der Opfer älter als 50 Jahre. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Die alten Definitionen und Unterscheidungen wie zB „Beinahe-Ertrinken“, Ertrinkungsunfall in Süß-/ Salzwasser werden nicht mehr verwendet – sobald eine Submersion oder Immersion in eine Flüssigkeit „die das Luftholen verhindert“ stattfindet, spricht man von einem Ertrinkungsunfall. Die Therapie der oder des Verunfallten besteht aus vier Phasen, die ineinander übergreifen: Rettung (Eigenschutz!!) Basismaßnahmen (BLS, frühe Beatmung!!) ALS Reanimationsnachsorge Da der Kreislaufstillstand in der überwiegenden Zahl der Fälle hypoxisch bedingt ist, wird in den ERC-Guidelines sowie Sekundärliteratur …

Die Zukunft der Reanimation: E-CPR?

In der größten Anzahl der Fälle von CPR an Erwachsenen ist das Herz selbst das geschädigte Organ, das den Herz-Kreislauf-Stillstand auslöst. Der aktuelle Ansatz der Reanimation – nämlich das bereits geschädigte Herz mit allen Mitteln (pharmakologisch, mechanisch und physikalisch/ elektrisch) wieder zum Schlagen zu animieren – weist also durchaus Schwächen auf. Die rezent publizierte CHEER-Studie von Stub D. et al. aus Melbourne (CPR, Hypothermia, ECMO & early Reperfussion) zeigt nun erstmals prospektive Daten der möglichen Weiterentwicklung der Reanimation: Der Ergänzung der „klassischen“ Reanimation um eine ECMO (extra-corporale Membranoxygenierung) um das Herz „zu entlasten“. Der kombinierte Einsatz der o. g. Verfahren zeigte beeindruckende Ergebnisse: 54% der PatientInnen (45% bei „out of hospital“-Reanimation – 60% bei CPR im Krankenhaus) wurden aus dem Krankenhaus überlebend entlassen, niemand der Überlenden zeigte ein neurologisches Defizit – das sind beeindruckende Zahlen. Natürlich gibt es noch gravierende Einschränkungen in dieser Studie: Die Paramedics und MedizinerInnen in Melbourne waren extrem flott – so vergingen zB im Median nur 40 min vom Kollaps bis zur ECMO (die Ergebnisse sind also wahrscheinlich nur auf urbane Regionen umlegbar), außerdem …