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Thorakale Bildgebung auf der Intensivstation.

Es galt lange Zeit als Standard of Care, bei Intensivpatienten täglich ein „Routine- Thoraxröntgen“ anfertigen zu lassen. Diese Tradition wurde von diversen Guidelines (1) gestützt, da insbesondere Daten aus den 1980er Jahren zeigten, dass dadurch neue oder unerwartete Befunde einen Einfluss auf die Therapieentscheidung hatten. In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Intensivmedizin und die Bildgebung deutlich verändert. Neue Methoden wurden etabliert, bestehende weiterentwickelt; Ausbildung und personelle Ressourcen sind im Wandel. In mehreren Studien wurde diese Praktik infrage gestellt. Dabei konnte gezeigt werden, dass auch ein restriktives Vorgehen den Patienten nicht schadet. (2, 3). So ist in den aktuellen Kriterien des American College of Radiology die Thorax-Röntgenaufnahme des Intensivpatienten nur mehr bei medizinischer Begründung empfohlen (4) Welche Bildgebung sollen wir also verwenden und wann ist eine Untersuchung indiziert? Thorax Röntgen Das Thorax Röntgen ist rasch bettseitig durchführbar. An personellen Ressourcen werden ein Radiologie-Technologe, ein bis zwei Pflegepersonen zur Lagerung und in der Folge ein Radiologe zur Befundung (Ausnahme: Der Pneumologe ist zur Befundung von Thoraxröntgen befugt) benötigt. Apparativ sind ein mobiles Röntgengerät und ein …

How to FOAM?

Als begeisterter passiver FOAM-Nutzer bin ich in die glückliche Zwangslage geraten, selbst einen Beitrag leisten zu dürfen. Konkret hat es damit begonnen, dass @FloSacherer ‏ und @PhZoidl für mich einen Artikel zum Thema Sinn und Nutzen von FOAM (air_mail_1_17_FOAM) verfasst haben. Im Gegenzug habe ich zugesagt, einen Beitrag für FOAMina zu schreiben. Das Thema Die erste Herausforderung war, ein geeignetes Thema zu finden. Was will ich sagen und warum? Zuerst habe ich mir überlegt, zu welchen Themen ich überhaupt etwas zu sagen habe, das die entsprechenden Leser bzw. Zielgruppe interessieren könnte. Da meine Notfallzeit schon länger zurückliegt und ich nicht anästhesiologisch tätig bin, bleibt von foam-INA „nur mehr“ die Intensivmedizin übrig. Ist recht praktisch, weil ich damit ja täglich zu tun habe… Dann habe ich selektiert, welche Themen auch tatsächlich für die Leser bzw. eigentlich deren Patienten von Nutzen sein könnten. Der ganze Prozess war in etwa analog zum Petrie-Triangle (Quelle: emcrit podcast vom 2.10. 2017), fraglich ist, ob ich die Welt damit wirklich zu einem besseren Ort mache… Und dann habe ich diese Themen noch …

Anisotropie

Der Nervus ischiadicus ist der größte Nerv des Menschen und dennoch kann es Schwierigkeiten bereiten ihn im Ultraschall darzustellen.  Mitursache dafür ist die Anisotropie. Anisotropie bedeutet, dass sich die Ultraschallwellen von Strukturen (in diesem Fall Nerven) nicht in alle Richtungen gleich ausbreiten. Als Konsequenz daraus lassen sich diese Strukturen besser oder eben schlechter darstellen.       Alle Nerven (oder auch Sehnen) sind vom Phänomen der Anisotropie betroffen. Der Nervus ischiadicus (oder auch der n. medianus) hiervon besonders stark. Die Strukturen sind dann am besten sichtbar wenn der Schall im orthograden (90°)-Winkel auf eine Oberfläche trifft. In diesem Winkel ist die Reflexion der Ultraschallwellen am stärksten. Schon winzige Veränderungen können einen Nerv „unsichtbar“ machen. Die Anisotropie wird verstärkt, wenn viele gekrümmte Oberflächen vorhanden sind oder wenn das Organ aus zahlreichen Schichten besteht, die nicht parallel verlaufen. Hierdurch werden die Schallwellen stärker abgelenkt-die betreffende Struktur erscheint echoarm oder sogar echolos.   Zur verbesserten (kontrastreicheren) Darstellung muss man den Schallkopf vorsichtig und langsam kippen. Anisotropie ist unvermeidlich. Gerade deswegen ist es wichtig über diese Eigenschaft Bescheid zu wissen um das richtige Handling des Schallkopfes zu lernen.   …