Autor: flo

abdominelles Aortenaneurysma – Part I

Wir haben mal etwas Neues versucht. Es gibt so viele hervorragende und inspirierende Anästhesisten in Graz- FOA Dr. Rüdiger Musil ist einer davon. Und er war so nett und hat sich bereit erklärt sein Wissen mit uns zu teilen und auf Video aufzunehmen. Herausgekommen ist ein zweiteiliges Video rund um die anästhesiologischen Aspekte des abdominellen Aortenaneurysmas. Das Video gibts hier. Shownotes (Stichwortartige Zusammenfassung) darunter.   Shownotes.   OA Rüdiger Musil, bereichsleitetender Anästhesist (Gefäßchir.) am Uniklinikum Graz, Klin. Abt. für Herz-, Thorax-, Gefäßchir. Anästhesiologie und Intensivmedizin.   OP-Indikationen: abhängig von Durchmesser, Größenzunahme, Symptomatik. OP Techniken: offen mit Tubing oder Bifurkationsprothese, oder endoskopisch mit Stents als Möglichkeit, wobei primär offen da Endoleaks postoperativ möglich (2. Eingriff notwendig). Zahlen der Morbidität und Mortalität ähnlich Narkose, Art, Installationen Balancierte Anästhesie, (TIVA), (thorakale PDA, Th 6-8) PDA: kontrovers, Vor- und Nachteile halten sich die Waage. (weniger Darmatonien, weniger Freisetzung von Entzündungsfaktoren (und Schmerzen) vs. verstärkter hämodynamischer Instabilität (v.a. beim Declamping), Heparinisierung. Monitoring 5 Kanal EKG (Linksherz Funktion) IBD ZVD Pulsoxymetrie TOF Ggf TEE, PAK regelmäßige Blutgasanalyse Zugänge 2 große PVK Arterie vor …

Faszienblöcke: Back to the Basics.

Die Grundmechanismen der Faszienblöcke scheinen noch nicht ganz geklärt zu sein: Durch einen Tweet von Dr. Amid Pawa, (Regional)-Anästhesist aus London, bin ich kürzlich auf eine Arbeit von ihm gestoßen, in der die Grundlagen (und vor allem Wissenslücken!)  interfaszialer Blöcke beschrieben worden sind. Lucky me! Look who I got to work with this year…. https://t.co/a9plci8CZY @kaohesham @EMARIANOMD in @RAPMOnline – #FascialPlaneBlocks #TwitterCollaborations — Dr Amit Pawa (@amit_pawa) March 21, 2018 Um was gehts? Durch den Einsatz von Ultraschall in der Regionalanästhesie entwickelten sich in den letzten Jahren immer wieder neue Anwendungsmöglichkeiten und es scheint, als werden in regelmäßigen Abständen neue Blöcke „erfunden“. Ob TAP (Transverus Abdominis Plane Block), einer seiner Ableger (subcostaler TAP), PECS Block oder Quadratus Lumborum Block: Interfasziale Blöcke sind am Kommen und mit ihnen die Möglichkeit die Bauch- oder Thoraxwand sensibel zu blockieren. Im Körper gibt es ja 3 Arten von Faszien: oberflächliche, tiefe und Muskelfaszien. Die tiefen Faszien sind Ziel der Faszienblöcke und stellen einen potentiell vorhandenen Raum dar, in dem Nerven verlaufen und durch Lokalanästhetika (LA) blockiert werden können. Allerdings warnen die Autoren …

Intraossärer Zugang: S1-Leitlinie.

Kürzlich wurde eine S1- Leitlinie vom Wissenschaftlichen Arbeitskreis Notfallmedizin (WAKN) und Kinderanästhesie (WAKKA) der DGAI mit Unterstützung der DIVI veröffentlicht. Darauf gestoßen bin ich dankenswerterweise durch Michael Bernhard von news-papers.eu. Ich habe die für mich relevanten und interessanten Punkte herausgearbeitet: Anatomische und physiologische Grundlagen der intraossären Punktion. Der venöse Abfluss der intraossären Punktionsstellen sieht folgendermaßen aus: proximale Tibia: V. poplitea distale Tibia: V. saphena Humerus: V. axillaris Der mittlere Blutdruckdruck innerhalb der Markhöhle liegt bei ca. 20-30 mmHg (also ca. 1/3 des systemischen MAP). Dies erklärt, warum eine Druckinfusion notwendig ist um eine ausreichend hohe Durchflussrate zu gewährleisten. Ebenso empfohlen wird daher, 5-10 ml Kochsalzlösung nach einer Bolusgabe nachzuspritzen. Medikamentenverabreichnung. Es können so gut wie alle Medikamente verabreicht werden (inkl. Katecholamine, Fibrinolytika, Blutprodukte). Einschränkungen gibt es bei hypertonen bzw. stark alkalischen Lösungen (z.B. hypertone Kochsalzösung, NaBi). Hier gibt es eine Assoziation mit lokalen Infektionen, Osteomyelitiden und Weichteilnekrosen. Druckinfusion. Damit kann man die Durchflussrate erheblich steigern (auf bis zu 165 ml/min). Den Druckbeutel auf ca. 300 mmmHg aufpumpen und auf Paravasate achten. Bei einem (vorausgesetzt man weiß …

Komplikationen: Human factors in der Anästhesie

To err is human – irren ist menschlich. Alle wissen es, keiner will es zugeben. Wer hat es noch nicht erlebt: Missverstandene Kommunikation führt zu einer unbeabsichtigten Verabreichung eines Medikamentes. Ein möglicher Fehler wird verschwiegen, weil die heutige Oberärztin schlecht gelaunt ist und man sich ihrer Tadelung nicht vor der gesamten Mannschaft aussetzen will. Oder man legt den ZVK jetzt nicht ultraschall-gezielt, weil man es nicht so gut kann, müde ist, noch nichts gegessen hat oder endlich ins Bett will. Dies sind alles Situationen, die unter dem Nenner „human factors“ fallen und mit dem sich Jones et al. im Review Artikel: „Human factors in preventing complications in anaesthesia“ auseinandersetzen.   Wie man sieht: Sich irren kann schnell gehen. Oder hättest du dir gedacht, dass Feld A und B dieselbe Farbe besitzen? Faszinierend oder? Sogar in einer stressfreien Umgebung (wie hier vor deinem Computer) fällt der menschliche Geist auf Illusionen rein. Was passiert dann erst mit uns in einer Stresssituation? Abhängig von Organisations-/Umgebungs- und persönlichen Bedingungen kann unsere Leistung besser oder schlechter sein. Mittlerweile weiß man, …

Vermeidung von Atemwegskomplikationen

Prof. Cook verfasste einen schönen Artikel zu dem Thema  “Strategies for the prevention of airway complications – a narrative review“ If you are going to read a singular airway article this year, this is it. Excellent review @doctimcook Relevant to all a/w clinicians Strategies for the prevention of airway complications – a narrative review https://t.co/Jw1d3WQbbC — Dr. Laura Duggan (@drlauraduggan) December 15, 2017 Hab‘ ich gemacht und die für mich interessantesten Punkte herausgearbeitet. Wie z.B. diese hier: Die anästhesiebezogene Mortalität ist in den letzten 20 Jahren um das 10 fache gefallen (3.6/10,000 vor 1970 auf 0.3/10,000 nach 1990). NAP 4 berichtete von einem atemwegsbezogenen Tod oder Hirnschaden in 7 von 1 Million Anästhesien. Die Ergebnisse von NAP 4 wurden ebenfalls besprochen (und sind immer wieder lesenswert). In Togo beträgt die 24 Stunden-Mortalität nach einer Operation 2.6% (93% wären vermeidbar). RCT haben nur einen geringen Wert bzgl. seltenen Atemwegskomplikationen (ausführliche Erklärung im Artikel-sehr interessant!). Es können oft gemeinsame Themen, die zu Atemwegszwischenfällen führen, identifiziert werden. Vor allem die Punkte 3-5 kommen mir sehr bekannt vor.  Siehe Abbildung: Ein …