Alle Beiträge, die unter EKG gespeichert wurden

Anfängerblog 2.0-Hyperkaliämie

Die ersten paar Nachtdienste sind vorbei und ich muss zugeben, trotz der ganzen Vorbereitung und genügend präklinischen Nachtdiensten, bin ich recht blauäugig in den ersten Dienst gestolpert. NotfallpatientInnen sind dann doch etwas anderes als das elektive Tagesprogramm. Der Gedanke, dass die nächste Hilfe nicht im OP nebenan, sondern ein paar Minuten entfernt ist, beruhigt einen auch nicht unbedingt. Eine Sache, die mir extrem geholfen hat, auch nach 20 h Dienst nichts zu vergessen und mich selber ein bisschen sicherer zu fühlen, ist mir eine Liste zusammen zu stellen. Wie diese Liste aussieht ist wahrscheinlich vollkommen egal und extrem fachspezifisch, aber dazu vielleicht später einmal mehr. Was ich aber auch gemerkt habe: eine Liste zu haben ist die eine Sache, aber sich dann wirklich die Zeit zu nehmen alles in Ruhe zu checken, wenn das halbe OP Team einem um ein Uhr in der Nacht genervt über die Schulter schaut, ist die andere Sache. Die wichtigsten Sachen bringen sie einem im Studium halt nicht bei, aber Durchsetzungsvermögen gehört wohl in jedem größeren Betrieb zum täglichen Leben dazu. …

ESC STEMI Guidelines 2017 – Was ist neu, was ist geblieben?

Ende August 2017 wurden in Barcelona auf dem ESC Kongress die neuen europäischen STEMI Guidelines vorgestellt. Manche der Neuerungen wie zum Beispiel der Vorzug von Drug Eluting Stents (DES) gegenüber den Bare Metal Stents (BMS) oder das Ende der routinemässigen Thrombusaspiration wurden, wie von vielen erwartet und aus den amerikanischen Guidelines schon bekannt, umgesetzt. Es gibt allerdings auch ein paar Neuigkeiten, welche ausführlich und zum Teil auch kontrovers in Barcelona diskutiert wurden. Um hier nicht den Rahmen zu sprengen und auch keine 1:1 Übersetzung zu bieten, möchte ich mich auf die Neuerungen der „STEMI Diagnose“, das optimale präklinische Zeitmanagement und die Updates in der „pre-hospital and emergency department“ Behandlung beschränken. STEMI Diagnose Die EKG Kriterien für einen ST Strecken Hebungsinfarkt sind im Grunde fast gleichgeblieben. Weiterhin benötigt man eine ST Hebung in mindestens 2 benachbarten Ableitungen von ≥ 2.5 mm in Männern < 40 Jahren, ≥ 2.0 mm in Männern ≥ 40 Jahren und ≥ 1.5 mm in Frauen in den Ableitungen V2-V3 und/oder ≥ 1.0 mm in allen anderen Ableitungen. Die rechts präkordialen und …

SVT Terminierung mal anders…

Dieser Artikel beschreibt wie man eine Schmalkomplextachykardie auch beenden kann – via Handstand: Ein 8 jähriges Kind mit bekanntem WPW macht lieber einen Handstand als sich von der Ärztin Adenosin spritzen zu lassen. Die Barorezeptoren werden hierdurch ebenfalls stimuliert 🙂 Kurz zur Wiederholung des Effekts: Durch einen Druck gegen die geschlossene Glottis kommt es zu einem erhöhtem intramuralen Druck gegen intrathorakale Gefäße, die Barorezeptoren (am Aortenbogen und in den Karotiden) werden – gleich wie bei hohem Blutdruck – stimuliert, über den N. vagus, den Nukleus tractus solitarii und die rostrale ventrale Medulla, die den primären Kern zur Steuerung des sympathischen Nervensystems darstellt, wird der Sympathikus gehemmt, die Herzfrequenz gesenkt sowie die AV-Überleitungszeit verlängert. Genauso funktioniert die direkte Stimulation der Barozereptoren von extern („Karotis-Sinus-Massage“) oder der Bulbusdruck auf das Auge (hier wird über den Okulokardialen Reflex ebenfalls der  Vagus stimuliert). Literatur: Handstands: a treatment for supraventricular tachycardia? Arch Dis Child 2015;100:1 54–56