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Nebenlufttest, Postextubationsstridor und Kortikosteroide

Nach einer schwierigen Intubation und Manipulation der Atemwege stellen sich vor der Extubation unter anderem diese 2 Fragen: Muss ich mit einem Postextubationsstridor (PES) rechnen? Soll ich Kortikosteroide verabreichen? Die S1-Leitlinien Atemwegsmanagement geben hierzu folgende Empfehlungen (1): zu Punkt 1: Einerseits kann man mit Hilfe eines Videolaryngoskops den supraglottischen Bereich begutachten um die Ursache zu entdecken. Dies kann bei der Therapieentscheidung helfen. (Ein Bronchoskop funktioniert sicher auch). Andererseits kann man den sogenannten Nebenlufttest (NLT) = (Cuff leak test-CLT ) durchführen: Hierbei wird der Tubus des noch intubierten und beatmeten Patienten entblockt. Ist danach die Differenz aus in-und exspiratorischem Volumen über 6 Atemhübe im Mittel größer als 110 ml ist das Risiko eines klinisch relevanten Larynxödems gering (2). Durchführung (Link) : Vor dem NLT endotracheales und orales Sekret absaugen Beatmungsgerät auf einen volumen- (oder druckkontrollierten) Modus stellen In- und exspiratorische Volumina notieren um zu sehen ob diese gleich sind (Cuff ist noch geblockt) Cuff entblocken Über die ersten 6 Atemzüge das Exspirationsvolumen notieren (das exspiratorischen Atemvolumen erreicht einen Plateauwert nach wenigen Zyklen) den Mittelwert der 3 niedrigsten Werte herannehmen inspiratorisches …

Lagerung bei Rapid Sequence Induction

Die Lagerung bei der Rapid Sequence Induction (RSI) ist ein kontroversiell diskutiertes Thema. Argumente für und wider der Oberkörperhoch- bzw. tieflagerung gibt es auf beiden Seiten. Weder in den deutschsprachigen Gesellschaften für Anästhesie und Intensivmedizin noch in den großen nordamerikanischen, europäischen oder australischen Dachverbänden gibt es hierzu Stellungnahmen. Im  deutschsprachigen Raum habe ich 2 Handlungsempfehlungen gefunden: Handlungsempfehlung zur präklinischen Notfallnarkose:  Oberkörper hoch (jedoch ohne nähere Erklärung oder Literaturhinweis) Handlungsempfehlung zur RSI im Kindesalter:  Um optimale Intubations- und Beatmungsbedingungen zu gewährleisten sollten die Patienten in Rückenlage und der Kopf in der Neutralposition gelagert werden. Argumente für die Oberkörperhochlagerung (unterer Ösophagussphinkter ist unter dem Kehlkopf) sind: Vermeidung einer passiven Regurgitation bessere Oxygenierung Argumente für die Oberkörpertieflagerung reduziertes Aspirationsrisiko Argumente gegen die Oberkörperhochlagerung erhöhtes Aspirationsrisiko bei aktivem Erbrechen (hier sofort in Oberkörpertieflagerung bringen) die technisch schwierigeren Intubationsbedingungen werden bei beiden Lagerungen beschrieben. Die Lagerung sollte natürlich den Ausgangsbedingungen (aufgetriebenes Abdomen, kardiorespiratorische Insuffizienzen etc. ) angepasst werden. Einer Umfrage zu Folge werden die meisten Patienten zur RSI in Oberkörperhochlagerung positioniert. Ein weiteres interessantes Detail  ist, dass es bezüglich der …

Präoxygenierung

Hier ist die Zusammenfassung der Empfehlungen des Artikels „Preoxygenation and Prevention of Desaturation During Emergency Airway Management“. Definitv ein „must-read Paper“ von Scott Weingart (emcrit.org) und Richard Levitan (airwaycam.com). Ich kann nur jedem ans Herz legen, sich den ganzen Artikel durchzulesen-auch die Hintergründe sind interessant!

Schwieriger Atemweg – Who knows?!

In dieser Studie (1) wird beschrieben was viele immer schon beobachtet haben: Es gibt noch keine verlässliche Methode einen schwierigen Atemweg vorherzusagen. Aus der Danish Anasthesia Database wurde anhand von über 180 000 Patienten die diagnostische Vorhersagekraft eines schwierigen Atemweges von Anästhesisten untersucht. Die Ergebnisse sind ernüchternd:

Supraglottische Atemwege – wirklich ungefährlich?

Larynxmaske, Larynxtubus und Co haben oft den unreflektierten Ruf, die kleinen, ungefährlichen Brüder des Endotrachealtubus zu sein – stimmt das auch? Eine aktuelle Arbeit aus Australien von Thiruvenkatarajan et al fasst alle publizierten Berichte der letzten 20 Jahre von möglichen Nervenschäden durch einen supraglottischen Atemweg zusammen.