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Therapeutische Hypothermie bei Kindern verbesserte Outcome nicht

Diese Studie fand heraus, dass es keinen Unterschied bezüglich neurologischem Outcome von Kindern nach Herzkreislaufstillstand gab, die entweder mit therapeutischer Hypothermie oder Normothermie behandelt wurden. Hier ein paar kurze Eckdaten: Studiendesign: einfach verblindete, randomisiert kontrollierte Multicenter-Studie (36 Krankenhäuser in den USA, 2 in Kanada) Population: 295 Kinder im Alter von 2 Tagen bis 18 Jahren, die 6 Stunden nach ROSC komatös geblieben sind. Intervention: therapeutische Hypothermie (33°) vs. therapeutische Normothermie (36,8°) für 120 Stunden. Outcome: Nach 12 Monaten überlebten 38% in der Hypothermiegruppe vs. 29% in der Normothermiegruppe  mit einem VABS-II Score ≤ 70 (kein signifikanter Unterschied). Diese Studie hat somit weder bewiesen, dass therapeutische Hypothermie schädlich oder nicht von Vorteil ist.   Literatur: 1. Moler FW et al., Therapeutic hypothermia after out-of-hospital cardiac arrest in children, N Engl J Med. 2015 May 14;372(20):1898-908  

Präoxygenierung

Hier ist die Zusammenfassung der Empfehlungen des Artikels „Preoxygenation and Prevention of Desaturation During Emergency Airway Management“. Definitv ein „must-read Paper“ von Scott Weingart (emcrit.org) und Richard Levitan (airwaycam.com). Ich kann nur jedem ans Herz legen, sich den ganzen Artikel durchzulesen-auch die Hintergründe sind interessant!

SVT Terminierung mal anders…

Dieser Artikel beschreibt wie man eine Schmalkomplextachykardie auch beenden kann – via Handstand: Ein 8 jähriges Kind mit bekanntem WPW macht lieber einen Handstand als sich von der Ärztin Adenosin spritzen zu lassen. Die Barorezeptoren werden hierdurch ebenfalls stimuliert 🙂 Kurz zur Wiederholung des Effekts: Durch einen Druck gegen die geschlossene Glottis kommt es zu einem erhöhtem intramuralen Druck gegen intrathorakale Gefäße, die Barorezeptoren (am Aortenbogen und in den Karotiden) werden – gleich wie bei hohem Blutdruck – stimuliert, über den N. vagus, den Nukleus tractus solitarii und die rostrale ventrale Medulla, die den primären Kern zur Steuerung des sympathischen Nervensystems darstellt, wird der Sympathikus gehemmt, die Herzfrequenz gesenkt sowie die AV-Überleitungszeit verlängert. Genauso funktioniert die direkte Stimulation der Barozereptoren von extern („Karotis-Sinus-Massage“) oder der Bulbusdruck auf das Auge (hier wird über den Okulokardialen Reflex ebenfalls der  Vagus stimuliert). Literatur: Handstands: a treatment for supraventricular tachycardia? Arch Dis Child 2015;100:1 54–56 

Kurios: Präklinischer Femoralis-Block?

Gerade bin ich per Zufall auf einen hochinteressanten Artikel der Kategorie „Gibts ja gar nicht!“ gestoßen: Barker J. et al. verglichen 2008 die präklinischen Schmerztherapie bei schweren Knieverletzungen mittels Metamizol (in Österreich Novalgin) und – Surprise! – einem Femoralis Block.  (sogar randomisiert!). Und das Ergebnis ist noch spannender:

Supraglottische Atemwege – wirklich ungefährlich?

Larynxmaske, Larynxtubus und Co haben oft den unreflektierten Ruf, die kleinen, ungefährlichen Brüder des Endotrachealtubus zu sein – stimmt das auch? Eine aktuelle Arbeit aus Australien von Thiruvenkatarajan et al fasst alle publizierten Berichte der letzten 20 Jahre von möglichen Nervenschäden durch einen supraglottischen Atemweg zusammen.