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Das SBAR Konzept

Unlängst hab ich das SBAR Konzept den Kollegen an der Uni-Klinik Graz vorgestellt und darf jetzt auch mein diesbezüglich erarbeitetes Wissen an die zahlreichen FOAMina-Leser weitergeben. Herzlichen Dank ! Also es geht um das SBAR Konzept. Ein nicht unwesentliches TOP Thema in der Anästhesie! Wir sind uns alle sicherlich einig dass wir in einem Hochrisikobereich arbeiten, in dem ständige Aufmerksamkeit und unabdingbare Kompetenz gefordert wird, wir diesen Anforderungen aufgrund von „Human factors“ wie Übermüdung. Stress, hoher Arbeitsbelastung und personellem sowie wirtschaftlichem Druck (kurze Schnitt-Naht Zeiten, überlappendes Auflegen etc.) nicht immer gerecht werden können und somit Fehler „passieren“. Einer der Hauptgründe für „Fehler“ in der Medizin sind schlechte und unzureichende Kommunikation sowie ständige Störfaktoren wie – ihr werdet es alle aus eurem Arbeitsalltag kennen – Ablenkungen jeglicher Art: Telefon läutet, Geräuschpegel, Zeitdruck etc. Hinter dem SBAR Konzept steht nun ein koordiniertes, standardisiertes Übergabeprotokoll mit „Leitstrukturen“ für eine bestmögliche Patientenübergabe. Egal ob von Arzt zu Pflegepersonal oder Arzt zu Arzt! Dieses System lässt sich individuell an die Gegebenheiten des Hauses anpassen und soll einen sicheren Leitfaden für den …

Aktionsplan „Sichere Notfallnarkose bei Kindern“

In der aktuellen Ausgabe von „Der Notarzt“ wird in einem Artikel eine Checkliste zur sicheren Durchführung, Team Ressource Management und Indikationsstellung der präklinischen Narkoseeinleitung bei Kindern vorgestellt. Dieses an sich sehr komplexe (und natürlich angstbehaftete …) Thema wird klar, strukturiert und übersichtlich dargelegt – von der Indikationsstellung über die Präoxygenierung bis zur Temperaturkontrolle und auf eine wunderbare 13-Punkte-Checkliste heruntergebrochen. Ein paar Punkte möchte ich herausgreifen:   Wieder einmal wird die Wichtigkeit von von guter Teamarbeit betont: Kritische Situationen sind in Extrembereichen wie Notfallmedizin, Anästhesie, Intensivmedizin häufig: Die gefährliche Mischung aus hoher Komplexität, Zeitdruck und hohem Fehlerrisiko können durch strukturiertes Handeln im Team, klare Kommunikation, gute Ablaufplanung und Organisation sowie flache Hierarchien entschärft werden. Bei der Narkoseeinleitung beim Kind potenzieren sich Komplexität, Stress und Co – die wenigsten von uns haben in dieses Gebiet ausreichend Routine (in D gibt es pro Jahr „nur“ 1500 Schwerverletzte unter 15jährige, davon 500 unter 5 Jahren). Die vorliegende Checkliste kann uns helfen, sicherer und stressfreier (ganz ohne Adrenalin und Stress/ Panik wird’s nie gehen…) durch so eine Situation zu kommen. …

Traumatische Blutung – die europäische Sichtweise

  Endlich kam ich dazu einen von Kostja (Kokaiiiin) empfohlenen Artikel zu lesen. Vorwiegend wurden Aspekte zur Diagnose und Therapie der traumatischen Blutung und die europäische Herangehensweise beschrieben. Meine Lernpunkte: Diagnose Standardgerinngunstests Es gibt keine Evidenz, dass PT, aPTT oder INR die Therapie von Blutungen steuern können bzw. Blutungen voraussagen können. Diese sind einerseits ausgelegt für die Messung von Antikoagluanzien und werden andererseits im Plasma bestimmt. Thrombozyten, Erythrozyten und Zellen die den Tissue Factor beherbergen werden also nicht berücksichtigt. Dies sind alles wichtige Komponenten der Blutgerinnung. Die Tests dauern auch relativ lange (80-90 Minuten) und  geben keine Auskunft über Stabilität und Qualität eines Clots.   Viskoelastische Tests (ROTEM, TEG) Scheinen geeigneter zu sein. Sie repräsentieren den gesamten Gerinnungsprozess, bilden hämostatische Defizite genauer ab und sind schneller erhältlich (schon nach einer Durchlaufzeit von 10 Minuten). Behandlungsalgorithmen gibt es ebenfalls. FFP,Thrombozytenkonzentrate und Gerinnungsprodukte   Bei der 1:1:1 (EK:TK:FFP) Gerinnungstherapie beinhaltet das verabreichte Volumen einen Hämatokrit von 29%, die Aktivität von Gerinnungsfaktoren ist bei 60% und die Anzahl der Thrombozyten bei ca. 90.000 /µl. Es muss somit eine …

Wer kennt Peter Pronovost?

Ich nicht, zumindest nicht bist heute. Ein Kollege hat mich auf einen Fehler von mir aufmerksam gemacht und mir als Begründung den Namen Pronovost gesteckt. Beim Nachlesen und Recherchieren war ich sofort ziemlich fasziniert. Peter Pronovost ist ein amerikanischer Anästhesist und Notfallmediziner an der Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore der sich, kurz zusammengefasst, damit beschäftigt, das Gesundheitssystem und Krankenhäuser sicherer für PatientInnen zu machen. 2001 begann er nosokomiale Infektionen zu beobachten und schloss daraus, dass eine simple 5-Punkte-Checkliste die Cava-Kathether-Infektionen massiv sinken lassen könnte: Hände mit Seife waschen Haut der PatientInnen desinfizieren Sterile Abdeckungen über den/ die gesamte Patienten/in legen Sterile Maske, Haube, Mantel und Handschuhe anziehen Sterilen Verband/ Pflaster über das Katheter-Gebiet kleben In seiner „Keystone Initiative“ konnten 2003 in 108 Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen in Michigan die Infektionsraten auf typischen ICUs von 2,7/ 1000 PatientInnen auf 0 bzw. die Katheter-assoziierten Infektionen um 66% gesenkt werden, die Ergebnisse wurden 2006 sogar im New England Journal of Medicine publiziert. In den ersten 18 Monaten dieser Initiative konnten unglaubliche 1500 Leben gerettet und 100 Mio. $ gespart …

Nebenlufttest, Postextubationsstridor und Kortikosteroide

Nach einer schwierigen Intubation und Manipulation der Atemwege stellen sich vor der Extubation unter anderem diese 2 Fragen: Muss ich mit einem Postextubationsstridor (PES) rechnen? Soll ich Kortikosteroide verabreichen? Die S1-Leitlinien Atemwegsmanagement geben hierzu folgende Empfehlungen (1): zu Punkt 1: Einerseits kann man mit Hilfe eines Videolaryngoskops den supraglottischen Bereich begutachten um die Ursache zu entdecken. Dies kann bei der Therapieentscheidung helfen. (Ein Bronchoskop funktioniert sicher auch). Andererseits kann man den sogenannten Nebenlufttest (NLT) = (Cuff leak test-CLT ) durchführen: Hierbei wird der Tubus des noch intubierten und beatmeten Patienten entblockt. Ist danach die Differenz aus in-und exspiratorischem Volumen über 6 Atemhübe im Mittel größer als 110 ml ist das Risiko eines klinisch relevanten Larynxödems gering (2). Durchführung (Link) : Vor dem NLT endotracheales und orales Sekret absaugen Beatmungsgerät auf einen volumen- (oder druckkontrollierten) Modus stellen In- und exspiratorische Volumina notieren um zu sehen ob diese gleich sind (Cuff ist noch geblockt) Cuff entblocken Über die ersten 6 Atemzüge das Exspirationsvolumen notieren (das exspiratorischen Atemvolumen erreicht einen Plateauwert nach wenigen Zyklen) den Mittelwert der 3 niedrigsten Werte herannehmen inspiratorisches …

Lagerung bei Rapid Sequence Induction

Die Lagerung bei der Rapid Sequence Induction (RSI) ist ein kontroversiell diskutiertes Thema. Argumente für und wider der Oberkörperhoch- bzw. tieflagerung gibt es auf beiden Seiten. Weder in den deutschsprachigen Gesellschaften für Anästhesie und Intensivmedizin noch in den großen nordamerikanischen, europäischen oder australischen Dachverbänden gibt es hierzu Stellungnahmen. Im  deutschsprachigen Raum habe ich 2 Handlungsempfehlungen gefunden: Handlungsempfehlung zur präklinischen Notfallnarkose:  Oberkörper hoch (jedoch ohne nähere Erklärung oder Literaturhinweis) Handlungsempfehlung zur RSI im Kindesalter:  Um optimale Intubations- und Beatmungsbedingungen zu gewährleisten sollten die Patienten in Rückenlage und der Kopf in der Neutralposition gelagert werden. Argumente für die Oberkörperhochlagerung (unterer Ösophagussphinkter ist unter dem Kehlkopf) sind: Vermeidung einer passiven Regurgitation bessere Oxygenierung Argumente für die Oberkörpertieflagerung reduziertes Aspirationsrisiko Argumente gegen die Oberkörperhochlagerung erhöhtes Aspirationsrisiko bei aktivem Erbrechen (hier sofort in Oberkörpertieflagerung bringen) die technisch schwierigeren Intubationsbedingungen werden bei beiden Lagerungen beschrieben. Die Lagerung sollte natürlich den Ausgangsbedingungen (aufgetriebenes Abdomen, kardiorespiratorische Insuffizienzen etc. ) angepasst werden. Einer Umfrage zu Folge werden die meisten Patienten zur RSI in Oberkörperhochlagerung positioniert. Ein weiteres interessantes Detail  ist, dass es bezüglich der …