Autor: sachererflorian

Wann ein EKG nach ROSC schreiben?

-> Take Home Point vorweg : nach frühestens 8 Minuten. Aber fangen wir von vorn an. Ihr reanimiert primär erfolgreich eine/n Patient/in und schreibt so wie vorgesehen dieses EKG: Ganz klar: Indikation zum Herzkatheter. Jedoch…Ausschluss ACS- wie kann das sein?! Kontext: In ERC Kursen wird einem antrainiert, gleich nach ROSC das ABCDE-Schema abzuarbeiten.  Und wie wir alle wissen, gehört zu „C“ neben Blutdruck, Herzfrequenz etc. auch das EKG. Anhand dessen, entscheidet sich wohin wir unsere Patienten transferieren: Unter stabilen Herz-Kreislaufverhältnissen.  Ein post-ROSC EKG ist jedoch alles andere als ein EKG unter stabilen Herz-Kreislaufverhältnissen. Was mit bis jetzt nicht bewusst war ist: der optimale Zeitpunkt um ein EKG nach ROSC zu schreiben ist frühestens nach 8 Minuten (bzw. nach Restaurierung adäquater Perfusion): „In cardiac arrest patients we have to deal with several issues, namely the global ischemia owed to the no-flow or the low-flow phase during cardiac arrest and the persistence of hemodynamic instability after ROSC, both of whom might decrease the diagnostic accuracy of standard ECG… …These ischaemic electrocardiographic signs may disappear after restoration of …

ESC Guidelines 2023 ACS: Fokus Präklinik

Vor kurzem erschien die neue Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie zum Thema Akutes Koronar Syndrom (ACS). Zum Zwecke dieses Beitrages habe ich den Fokus auf die Präklinik gelegt. Ihr kommt also nicht darum rum, die Guidelines selbst zu lesen 😉   Was hat sich getan? Ein paar wenige Neuerungen gibt es schon, aber vor allem für den präklinischen Bereich bleibt auch vieles gleich.  Kurz was ist wissenswert:  Was für viele ein Paradigmenwechsel ist, ist die Tatsache, dass es nun eine Leitlinie für das gesamte Spektrum des ACS gibt. In den vorangegangenen Leitlinien wurde immer zwischen ST-Elevation und Nicht-ST-Elevation unterschieden (und vor allem auch dyssynchron publiziert). Hier wird nun erstmalig von einem Spektrum im Rahmen des ACS gesprochen: Wann muss ich nun an ein ACS denken? Dann:  Danach sollte so bald wie möglich (< 10 Minuten) ein 12-Kanal EKG geschrieben (und richtig interpretiert) werden.  Hier wird dann in 2 Arbeitsdiagnosen unterteilt.  Patienten mit akutem Brustschmerz (oder äquivalenten Symptomen) und der Arbeitsdiagnose Ad 1) MI: STEMI bzgl. Schenkelblockbilder.  Sgarbossa Kriterien (auch andere Kriterien werden zumindest zitiert) helfen, die Patienten …

Vorhofflimmern – ESC Guidelines 2020

Regellos arrhythmisch? Schmal? Tachykard? Ohne P-Wellen? – Ganz klar, das EKG zeigt den typischen Befund einer Vorhofflimmerarrhyhtmie. So weit so gut, aber was ist nun zu tun? Die einfach gestellte Diagnose kann in der einen Situationen rasches Handeln mit Kardioversion erfordern und wirft in anderen Fällen bei hämodynamischer Stabilität im Verlauf viele Fragen in der weiteren Diagnostik, Management und Therapie auf… Vielleicht werden sich einige Fragen, warum die VHFA hier im Rahmen eines Notfall-/Intensiv- oder Anästhesiesettings besprochen wird. Zum einen ist es so, dass AF (Atrial Fibrillation, Vorhofflimmern) ein häufiges rhythmologisches Problem darstellt (auf der Intensivstation ist es sogar die häufigste Arrhythmie). Andererseits kann es auch zu hämodynamischer Instabilität führen und ist generell mit einer erhöhten Mortalität verbunden. Initial fällt einem die Diagnostik nicht immer (besonders wenn sehr tachykard oder in Verbindung mit einem Schenkelblock) leicht… Eine adäquate Therapie in der Akutsituation sowie Evaluation einer notwendigen Schlaganfallprophylaxe, richtige Prognose und Komorbiditätenmanagement sind von medizinisch und volkswirtschaftlich relevanter Bedeutung. Aus diesen und mehreren anderen Gründen beschäftigte sich 2020 die ESC erneut mit diesem Thema und brachte …

Consensus Statement zum Timing einer elektiven Operation nach SARS-CoV-2-Infektion

Mit Fortschreiten der Corona-Pandemie und größerer Anzahl an Erkrankten und glücklicherweise  wieder Genesenen stellt sich zunehmend die Frage ab welchem Zeitpunkt eine elektive OP sicher und sinnvoll ist und auf welche Besonderheiten Acht zu geben ist.  Hierzu gibt es ein multidisziplinäres Consensus Statement der Association of Anaesthetists, the Centre for Peri‐operative Care, the Federation of Surgical Specialty Associations, the Royal College of Anaesthetists and the Royal College of Surgeons of England. (1) Auch zu diesem Thema erwähnens- und empfehlenswert ist der hervorragende Podcast ACCRAC von Jed Wolpaw.  Folgende Empfehlungen wurden getroffen:  Shared decision‐making regarding timing of surgery after SARS‐CoV‐2 infection between patient and multidisciplinary clinical teams must consider: severity of the initial infection; ongoing symptoms of COVID‐19; comorbid and functional status, both before and after SARS‐CoV‐2 infection; clinical priority and risk of disease progression; and complexity of surgery. Planned surgery should not be considered during the period that a patient may be infectious: 10 days after mild/moderate disease and 15–20 days after severe disease. For patients who are severely immunosuppressed (online Supporting Information Appendix S1), …